Historische Weihnacht

Ein Blick durchs Fenster

Regional verwurzelt: im Herzen des Alpen- und Voralpenlands zuhause

Historische Weihnacht ist im alpenländischen und voralpenländischen Kulturraum verankert. Die Motive spiegeln jene Traditionen wider, die in Bayern und Österreich seit Generationen zum Weihnachtsgefühl gehören.

Ein Raum, zwei Menschen und eine Kiste voller Erinnerung: Historische Weihnacht erzählt die Geschichte zweier erwachsener Geschwister, die nach dem Tod der Mutter aufeinandertreffen und widerwillig in ein gemeinsames Terrain der Vergangenheit geraten. Was als pragmatisches Sortieren alter Dinge beginnt, wird zu einer Reise durch Bruchlinien, Zärtlichkeiten und jene kleinen Wunder, die nur Weihnachten hervorholen kann.

Zwischen Lametta, vergilbten Kassetten und vermeintlichem Kitsch öffnen sich Türen, die lange verschlossen waren. Alte Lieder, Klassiker der Weihnachtsliteratur und persönliche Geschichten verweben sich zu einem Abend, der Intimes sichtbar macht: Verletzungen, Nähe, Enttäuschungen. Und die überraschende Erkenntnis, dass man einander vielleicht doch näher ist, als man glaubt.

Die besondere Stärke dieser Produktion liegt in ihrer Reduktion. Getragen von Sprache, Präsenz und Musik, entsteht eine fast filmische Atmosphäre: Als würde man durch ein Fenster in ein fremdes, berührendes Familienmoment blicken. Historische Weihnacht ist kein nostalgischer Abend, sondern ein ehrliches, zeitloses Kammerspiel über Trauer, Verbundenheit und den Zauber eines Festes, das uns jedes Jahr neu überrascht. Das Stück entfaltet eine besondere Nähe zu einem Publikum, das mit den kulturellen Bildern des Alpenlandes, Klängen und familiären Ritualen aufgewachsen ist, ohne dabei für andere Zuschauer*innen an Zugänglichkeit zu verlieren.

Presse

Weihnachten durchs Fenster

Besprechung: „Historische Weihnacht“ als Livestream am Theater an der Rott (von Doris Kessler)

Gedacht als Erzähltheater mit Texten und Musik, hat die „Histo-
rische Weihnacht“ des Theaters an der Rott als Livestream Premiere gefeiert. Dass trotz digitaler Technik die Intimität des Momentes nicht verloren ging, lag auch an der Inszenierung der Übertragung aus einem Raum im ehemaligen Franziskanerkloster in Eggenfelden.

weiterlesen

Unbestritten hatte sich das Publikum auf ein echtes Wieder-
sehen mit den beiden Darstellern gefreut. Christine Reitmeier und
Andreas Barth sind Publikumslieblinge mit fester Fangemeinde
am Theater an der Rott. Dazu noch ein Thema, bei dem jeder irgendwie mitreden kann: Weihnachten. Das Team um Sebastian Kamm (Regie) und Elke Maria Schwab-Lohr (Dramaturgie) wählt für die Livestream-Version des besinnlichen Kammerspiels puristische Kameraeinstellungen, kaum Ton- und Lichttechnik. Man fühlt sich nicht als Zuschauer, sondern eher wie ein Fremder; der die Szenerie heimlich draußen vom Fenster aus betrachtet.
Der Raum ist karg und nahezu ausgeräumt. Die beiden Geschwister wären lieber woanders. Bruder und Schwester haben sich mit den Jahren des Erwachsenenseins emotional auseinandergelebt. Nun ist die Mutter als letztes verbindendes Element gestorben. Erinnerungen wurden in Altkleidersäcke und Umzugskisten gepackt. Was ist mit der alten Heimorgel? „Es kann Stunden dauern, bis die Klimperkiste abgeholt wird“, meckert die Schwester. Nur eine Kiste ist noch da. „Was ist denn das jetzt?“ „Weihnachten.“ Die Mutter hat Dinge aufgehoben, die man längt vergessen hatte. Lametta und Engelshaar, Kitsch vom Nürnberger Christkindlmarkt, eine Kiste voll Kassetten: Regensburger Domspatzen, Weihnachtsmärchen, die Aufnahmen vom Nikolaus. „Nikolaus, das war immer der Papa, selbst als wir es alle schon wussten. Aber er war einfach der Beste, der einzige Nikolaus.“
Mit jedem Gegenstand, den die Schwester aus der Kiste zieht
kommt die Vergangenheit zurück. All die Lieder und Geschichten
ein Durcheinander der Emotionen und Erinnerungen: „Als ich Christtagsfreude holen ging“ Peter Rosegger, „Der Suche
von Jorge Bucay, die Heilige Nacht von „Ludwig Thoma“ oder
„die Heil’ge Nacht“ von Jonas Kaufmann. Weihnachten ist ein Fest der Erinnerungen. Im Trubel des Alltags vergessen, sind plötzlich alle Momente wieder da. „Die Kassetten durfte ich immer dann anhören, wenn ich krank war, egal zu welcher Jahreszeit.“ Der Bru
der mit seiner Karriere und dem Jet-Set-Leben immer so genervt hat – eigentlich war es doch schön wenn er an Heilig Abend immer gesungen hat. Was die Geschwister trennt, ist längst vergessen. Das ist er, der Zauber von Weihnachten.

Galerie

Erstaufführung

Die Produktion hatte 2021 als Streaming-Vorstellung Premiere am Theater an der Rott.

Das Team

Sebastian Kamm

Sebastian Kamm ist Theaterregisseur, Bühnenautor und Produktionsleiter sowie Gründer und Geschäftsführer von STENTOR.

weiterlesen

Seine Arbeit entsteht aus der Sprache heraus, erzählerisch und publikumsnah. Nach einer Ausbildung in einer Werbeagentur studierte er Film mit Schwerpunkt Kamera und bewegte sich seitdem in vielfältigen Formaten, von Kurzfilmen bis zu kulturjournalistischen Arbeiten. Als Produktionsleiter, Referent des Intendanten und Regisseur und Autor prägte er künstlerische Strukturen und entwickelte sie weiter.

Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Produktionsanforderungen

Bühne

Spielfläche von mindestens 5m x 5m, Bestuhlung frontal, geringe Distanz zum Publikum erwünscht, keine Bühnenpodeste erforderlich, ebener Boden ausreichend, Stromanschluss auf der Spielfläche.

Ton

Toneinspielungen, versteckter Lautsprecher, Tontechniker nach Absprache. Technik kann bei Bedarf gestellt werden.

Licht

Ausreichend Licht für die gesamte Bühne (warm und kalt), Lichttechniker nach Absprache. Technik kann bei Bedarf gestellt werden.

Für Veranstalter & Spielstätten

STENTOR liefert vorkuratierte Produktionen, die Ihr Publikum begeistern. Wir übernehmen Vermittlung, Planung und komplette Organisation. Auf Wunsch auch Betreuung vor Ort. Bringen Sie hochwertige Stücke schnell und unkompliziert auf Ihre Bühne.